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| | [[Datei:Robert Kennedy jr Methylenblau 2025.jpg|Der von Donald Trump designierte US-Gesundheitsminister [[Robert Kennedy jr]] wird von Journalisten gesehen wie er Methylenblau einnimmt|300px|thumb]] | | [[Datei:Robert Kennedy jr Methylenblau 2025.jpg|Der von Donald Trump designierte US-Gesundheitsminister [[Robert Kennedy jr]] wird von Journalisten gesehen wie er Methylenblau einnimmt|300px|thumb]] |
| | [[Datei:Florian Schilling Methylenblau.jpg|[[Heilpraktiker]] [[Florian Schilling]] mit verschwörungs- ideologischer Werbung für Methylenblau|300px|thumb]] | | [[Datei:Florian Schilling Methylenblau.jpg|[[Heilpraktiker]] [[Florian Schilling]] mit verschwörungs- ideologischer Werbung für Methylenblau|300px|thumb]] |
| − | [[Datei:Methylenblau Kopp.jpg|Methylenblau beim [[Kopp Verlag]]|thumb|300px]] | + | [[Datei:Methylenblau Kopp DMSO.jpg|Methylenblau als Gemisch mit [[DMSO]] beim [[Kopp Verlag]]|thumb|300px]] |
| | '''Methylenblau''' (engl. ''Methylene blue, Methylthioninium, Methylthioniniumchlorid, Methylthioninii chloridum PhEur, Methylenum coeruleum'') ist ein kationischer synthetischer Farbstoff, der als ein Phenothiazin-Derivat in der Chemie, Medizin und Färbetechnik verwendet wird. Alternative Bezeichnung für Methylenblau ist "synthetischer Farbstoff Methylthioniumchlorid". Die Substanz wurde erstmals 1876 von dem Chemiker Heinrich Caro synthetisch hergestellt, es handelt sich nicht um eine natürlich vorkommende Substanz. Neben seiner zugelassenen Anwendung bei Vergiftungen ([https://de.wikipedia.org/wiki/Meth%C3%A4moglobin%C3%A4mie Methämoglobinämie]) spielt Methylenblau in der [[Alternativmedizin]] eine Rolle als [[Wundermittel]] "MB", verfügt jedoch nicht über eine rechtliche Einordnung als [[Nahrungsergänzungsmittel]] oder Lebensmittel. | | '''Methylenblau''' (engl. ''Methylene blue, Methylthioninium, Methylthioniniumchlorid, Methylthioninii chloridum PhEur, Methylenum coeruleum'') ist ein kationischer synthetischer Farbstoff, der als ein Phenothiazin-Derivat in der Chemie, Medizin und Färbetechnik verwendet wird. Alternative Bezeichnung für Methylenblau ist "synthetischer Farbstoff Methylthioniumchlorid". Die Substanz wurde erstmals 1876 von dem Chemiker Heinrich Caro synthetisch hergestellt, es handelt sich nicht um eine natürlich vorkommende Substanz. Neben seiner zugelassenen Anwendung bei Vergiftungen ([https://de.wikipedia.org/wiki/Meth%C3%A4moglobin%C3%A4mie Methämoglobinämie]) spielt Methylenblau in der [[Alternativmedizin]] eine Rolle als [[Wundermittel]] "MB", verfügt jedoch nicht über eine rechtliche Einordnung als [[Nahrungsergänzungsmittel]] oder Lebensmittel. |
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| | Methylenblau war in der Schweiz in Form von Augentropfen im Handel (Collyre bleu + Naphazolin). Es wurde im Jahr 1984 für die Behandlung unspezifischer Bindehautentzündungen zugelassen und im Jahr 2021 wurde der Vertrieb eingestellt. 2020 wurde eine Injektionslösung mit Methylenblau als zu spritzendes Antidot registriert (Methylthioniniumchlorid Proveblue von Bichsel).<ref>https://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=methylenblau</ref> Das Vorhaben Methylenblau zur Therapie der Alzheimerschen Krankheit einzusetzen, scheiterten, genauso wie ein geplantes Anti-Malariamittel mit Methylenblau. | | Methylenblau war in der Schweiz in Form von Augentropfen im Handel (Collyre bleu + Naphazolin). Es wurde im Jahr 1984 für die Behandlung unspezifischer Bindehautentzündungen zugelassen und im Jahr 2021 wurde der Vertrieb eingestellt. 2020 wurde eine Injektionslösung mit Methylenblau als zu spritzendes Antidot registriert (Methylthioniniumchlorid Proveblue von Bichsel).<ref>https://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=methylenblau</ref> Das Vorhaben Methylenblau zur Therapie der Alzheimerschen Krankheit einzusetzen, scheiterten, genauso wie ein geplantes Anti-Malariamittel mit Methylenblau. |
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| − | Meistens handelt es sich dabei leider aber offensichtlich um bewußt positiv gefärbte Berichte, in denen die von Forschern bereits erkannten Nebenwirkungen und Probleme der Öffentlichkeit und den Medien gegenüber der Einfachheit halber vorenthalten bzw. verschwiegen werden.
| + | Methylenblau ist neurotoxisch. Beim Kontakt mit Nervengewebe werden neurotoxische Wirkungen mit schwerwiegenden Folgen (Meningismus, Querschnittslähmung, Radikulopathie, Enzephalopathie) ausgelöst. Auch eine subkutane Anwendung ist kontraindiziert.<ref>https://flexikon.doccheck.com/de/Methylenblau</ref> |
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| | Patienten, die Antidepressiva vom Typ der selektiven Serotoninwiederaufnahmehemmer (SSRI) oder SNRI nehmen, riskieren unter Methylenblau einen ein Serotonin-Syndrom. | | Patienten, die Antidepressiva vom Typ der selektiven Serotoninwiederaufnahmehemmer (SSRI) oder SNRI nehmen, riskieren unter Methylenblau einen ein Serotonin-Syndrom. |
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| | ==Weblinks== | | ==Weblinks== |
| | *https://de.wikipedia.org/wiki/Methylenblau | | *https://de.wikipedia.org/wiki/Methylenblau |
| | + | *https://www.derstandard.at/consent/tcf/story/3000000240953/warum-auf-social-media-jetzt-blau-gefaerbte-zungen-herausgestreckt-werden |
| | *https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2024/09/11/was-hinter-dem-social-media-trend-um-methylenblau-steckt | | *https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2024/09/11/was-hinter-dem-social-media-trend-um-methylenblau-steckt |
| | *https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2016/daz-28-2016/methylenblau-verbessert-gedaechtnis | | *https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2016/daz-28-2016/methylenblau-verbessert-gedaechtnis |